SPD nominiert Stephan Schweiger erneut als Landrat Kandidat

Veröffentlicht am 29.08.2019 in Wahlen

Kirsten Reiter, Stephan Schweiger, Johanna Werner-Muggendorfer, Ruth Müller MdL, Horst Hartmann

Mit einem großen Vertrauensvorschuss schicken die Genossen Stephan Schweiger ins Rennen um den Chefsessel im Kelheimer Landratsamt. Die Delegierten der SPD-Kreiskonferenz nominierten den 46-Jährigen aus Stausacker bei Kelheim mit einem Ergebnis von 90 Prozent zu ihrem Spitzenkandidaten für die Kommunalwahlen am 15. März nächsten Jahres. Im Jahr 2016 hatte er sich schon einmal um das höchste politische Amt im Landkreis beworben, erreichte mit 10,14 Prozent aber nicht mehr als ein Achtungsergebnis.

Ganz am Schluss der knapp zweistündigen Versammlung am Mittwochabend äußerte Horst Hartmann einen Wunsch. Ab dem nächsten Jahr solle auf beiden Seiten des Donauufers von Kelheim ein Sozialdemokrat regieren. Damit meinte der Bürgermeister der Kreisstadt natürlich sich selbst und seinen Parteifreund Stephan Schweiger, der ins Landratsamt einziehen soll.

"Wir wollen heute von Saal aus ein Signal aussenden", rief Hartmann seinen Genossen zu und forderte sie zum Schulterschluss mit dem Kandidaten auf, der nicht zuletzt auch für die Zukunft und den Aufbruch der SPD im Landkreis stehe. "Er ist bodenständig, denkt analytisch, hat sich in relativ kurzer Zeit sehr gut in die Thematik eingearbeitet und sich klar positioniert", beschrieb der Kelheimer Rathauschef den SPD-Bewerber um den Posten des Kreischefs. Hauptaufgabe der Partei ist in den Augen Hartmanns jetzt, weiter am Wahlprogramm zu arbeiten.

Einen ersten Entwurf präsentierte der Kandidat seinen Parteifreunden schon in seiner Vorstellungsrede. Nach ein paar Sätzen zu seiner Person kam der 46-jährige Vater zweier Kinder, der mit seiner Lebensgefährtin und deren Tochter in Stausacker lebt und in einem Kelheimer Unternehmen arbeitet, auf die Situation der beiden Kliniken zu sprechen. "Unsere Krankenhäuser liegen bereits auf der Intensivstation und werden nur noch durch künstliche Beatmung am Leben erhalten", lautete die knallharte Diagnose des SPD-Kandidaten. Unter dem Applaus seiner Parteifreunde forderte er ein Gegensteuern der Bundespolitik, "damit auch kleinere Krankenhäuser mit unter 300 Betten eine langfristige Überlebenschance haben".

Dem SPD-Kreisrat Karsten Wettberg war im weiteren Verlauf des Abends eine reine Bestandsanalyse in Sachen Kliniken zu wenig. Als Aufsichtsratsmitglied der Ilmtalkliniken forderte der Kreisrat aus Elsendorf ein Konzept, wie es mit den beiden wirtschaftlich schwer angeschlagenen Klinikbetrieben weitergehen soll. An dieser Stelle sprang die stellvertretende Unterbezirksvorsitzende Kirsten Reiter als Versammlungsleiterin dem Kandidaten zur Seite und bat um Geduld. "Wir werden unser Wahlprogramm noch erarbeiten, und da steht dann alles drin. "

Punkt für Punkt listete der SPD-Kandidat die Themen auf, die auf seiner Agenda stehen werden: ein Umbau des Öffentlichen Personennahverkehrs mit der Idee eines kostenfreien Tickets für Kinder und Jugendliche, eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet, eine klare Linie in der Nationalparkfrage, Maßnahmen zum Klimaschutz, Digitalisierung der Schulen sowie eine vorausschauende, verantwortungsbewusste Finanzpolitik. Zu der gehört nach dem Dafürhalten Schweigers ein Erweiterungsbau des Landratsamtes für geschätzte 25 Millionen Euro schon einmal nicht. "Wir haben genügend Baustellen am Laufen und müssen die Schuldensituation im Auge behalten", betonte der Vater zweier Kinder im Teenageralter und warnte davor, kommende Generationen unnötig zu belasten.

Bei den Ausgaben des Landkreises will Schweiger nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden Konjunktur nach eigener Aussage "mehr Disziplin" an den Tag legen, "ohne sich tot zu sparen". Ohne den Amtsinhaber Martin Neumeyer (CSU) namentlich zu nennen, hinterfragte er aus seiner Sicht teure und wenig zielführende Imageprojekte wie zum Beispiel die Versuchslinien für autonomes Fahren in Weltenburg und Abensberg.

Einen weiteren Schwerpunkt will Schweiger als Chef der Kreisverwaltung auf den Wohnungsbau legen. Weil die Region ein attraktiver Wohnstandort ist, sei die Nachfrage nach Wohnraum groß. Damit auch hier die Mieten nicht durch die Decke schießen, schwebt ihm nach dem Vorbild von Straubing-Bogen die Gründung einer Kreiswohnungsbau mbH vor.

Dem anstehenden Wahlkampf bis zum 15. März nächsten Jahres sieht Stephan Schweiger gelassen entgegen, "vor allem, da im gesamten Landkreis tolle SPD-Ortsvereine sind und wir uns gegenseitig unterstützen und tragen". Für Geschlossenheit warben ebenso die SPD-Unterbezirksvorsitzende Johanna Werner-Muggendorfer sowie die Landtagsabgeordnete Ruth Müller aus Pfeffenhausen, die den Kreis Kelheim für ihre Partei mit betreut.

Nach Verlusten von knapp zwei Prozent und damit zwei Mandaten im Kreisparlament bei der Kommunalwahl 2014 will die SPD im Landkreis Kelheim beim nächsten Urnengang in gut einem halben Jahr wieder zulegen. Mit 30 Stimmen für ihren Spitzenkandidaten bei lediglich drei Enthaltungen zeigten die Genossen zwischen Altmühltal und Hallertau schon einmal demonstrative Geschlossenheit. Diesen Schwung will Schweiger jetzt mitnehmen: "Bereits heute kann ich sagen, dass wir wieder eine gute Mannschaft aufstellen werden und den Wählerinnen und Wählern kompetente Kandidaten präsentieren werden. "
 

Hoffnung auf Platz zwei im Kreistag

Saal (DK) Für Stephan Schweiger ist die Kandidatur zum Landrat des Landkreises Kelheim kein Neuland. Der 46-Jährige aus Stausacker in der Nähe der Kreisstadt am gegenüberliegenden Ufer von Kloster Weltenburg trat bereits im September 2016 an und errang 10,14 Prozent. Er landete damit hinter dem triumphalen Wahlgewinner Martin Neumeyer von der CSU (51,31 Prozent) und Fritz Mathes von den Freien Wählern (16,18 Prozent) auf Platz drei und ließ vier weitere Bewerber aus kleineren politischen Gruppierungen hinter sich. „Ich sehe meine Kandidatur nicht als Pflicht oder Verpflichtung. Unsere SPD muss nach der nächsten Wahl am 15. März 2020 wieder stärker im Kelheimer Kreistag vertreten sein“, sagte Schweiger schon bei seiner Vorstellung als Landratskandidat im März dieses Jahres in Weltenburg. Schon damals sah er sich als Mannschaftsspieler: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, wieder zweitstärkste Kraft im Kreistag zu werden.“ Den zweiten Platz mussten die Genossen vor fünf Jahren mit 15,91 Prozent und neun Mandaten bekanntlich an die Freien Wähler (16,29 Prozent und zehn Mandate) abgeben. Gegenüber 2008 hatten die Sozialdemokraten zwischen Altmühltal und Hallertau bei der letzten Kreistagswahl 1,89 Prozent eingebüßt und damit zwei Sitze im Kreisparlament verloren.

Text und Foto: Harry Bruckmeier, Donaukurier

 
 

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